Wie die Parodontitis Zähne und Implantate gefährdet – Dr. Madalina Simon im Interview

Wer von einem genussvollen Leben mit Implantaten träumt, muss zunächst im Hier und Jetzt etwas für seine Mundgesundheit tun. Chronische Entzündungen wie die Parodontitis lassen den Traum vom neuen Genuss mit künstlichen Zahnwurzeln schnell platzen. Dr. Madalina Simon ist Expertin für Parodontologie und Master of Science Implantologie. Sie erklärt, wie sie in der Zahnarztpraxis gesunde Voraussetzungen für Zähne und Implantate schafft.

Warum ist die Parodontitis gefährlich für Zähne und Implantate?

Dr. Madalina Simon Die Parodontitis wird durch aggressive Bakterien in unserem Mund verursacht. Meistens ist das Zahnfleisch vorher bereits stark entzündet gewesen und die Bakterien konnten sich ungehindert vermehren. Dann sind nicht nur die Zähne in Gefahr, sondern auch Implantate. Bei künstlichen Zahnwurzeln spricht man dann von einer Periimplantitis, bei der sich das Gewebe rund um das Implantat entzündet. Wenn der Betroffene nichts dagegen unternimmt, greifen die Erreger das Kollagen im Zahnbett an. Das führt zu Knochenabbau und schließlich zum Verlust von Zähnen und Implantaten. Darüber hat die Parodontitis Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die chronische Entzündung des Zahnbetts das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfälle und Allgemeinerkrankungen wie Diabetes erhöht.

Kann ich trotz einer chronischen Entzündung des Zahnbetts Implantate bekommen?

Dr. Madalina Simon Mit einer unbehandelten Parodontitis macht eine Implantation keinen Sinn. Vor dem Eingriff müssen wir unbedingt die chronische Entzündung unter Kontrolle bekommen. Das schaffen wir durch eine regelmäßige Professionelle Zahnreinigung und eine Parodontitis-Therapie. Ich sage meinen Patienten immer: Das Implantat kann Ihnen ein Leben lang dienen, aber für die Voraussetzungen müssen Sie selbst sorgen!

Wie schaffe ich denn gesunde Voraussetzungen für ein Implantat?

Dr. Madalina Simon Rein medizinische betrachtet, gilt erst einmal: Ein Implantat fühlt sich nur in einem gesunden Mund wohl! Ob Entzündungen oder andere Erkrankungen dem im Weg stehen, klären wir im Vorfeld mit einer umfassenden Diagnostik. Wie schon erwähnt, muss die Parodontitis vor einer Implantation unbedingt behandelt werden. Das gilt auch für Zähne mit Karies und für Zähne, die nicht erhaltungswürdig sind. Natürlich muss sich auch jeder selbst die Frage stellen: Was kann ich persönlich für eine bessere Mundgesundheit tun? Zum Beispiel ist Rauchen ein großer Risikofaktor für Parodontitis. Letztendlich ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Patienten und unserem Team entscheidend, um die Parodontitis in den Griff zu bekommen. Das ist die beste Voraussetzung für ein gesundes Leben mit Implantat!

 

Gepostet am 12.05.2017


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